Spitalschule Leonberg

Die Grundschule im Spitalhof

Stadtführung rund um den Leonberger Marktplatz

Heute, am 29. April 2014 hatte die Klasse 4b eine Stadtführung. Wir trafen uns dazu auf dem Schulhof. Passend zu unserem neuen MNK-Thema erhielten wir von Herrn Höfer eine Stadtführung (Marina).
Man erzählte uns viel von Johannes Kepler und seiner Mutter, die als Hexe bezeichnet und verfolgt wurde. Wir haben gesehen:



1. Spukhaus
2. Lutherius Einhorn-Haus
3. alte Lateinschule
4. Marktplatz und Rathaus mit Salzhaus
5. Kepler-Haus
6. Haus 28
7. Spitalschul-Tunnel
8. Erker-Klo

Schon ab dem Spukhaus war alles ganz spannend für uns und wir wollten unbedingt noch viel mehr hören (Anna).

Und natürlich erklärte uns Herr Höfer auch, dass unsere Schule früher ein Krankenhaus (= Spital) war. Alle Kinder wussten schon viel über unsere Stadt Leonberg (Elisabeta). Also wir Kinder wussten schon, dass Leonberg etwa 45.000 Einwohner hat, eine Kreisstadt ist, zum Kreis Böblingen gehört, in dem Bundesland Baden-Württemberg liegt und dass der Oberbürgermeister Herr Bernhard Schuler heißt (Selina). Das war toll und so richtig interessant, viel Neues über Leonberg zu hören. Ich hatte Riesenspaß und es gab sehr, sehr viel zu hören. Am meisten ging es um angebliche Hexen im Mittelalter und in Leonberg. Das war so ein super Tag (Anna). Der ganzen Klasse 4b hat diese Stadtführung sehr gut gefallen. Wir haben alle gut zugehört. Manche hatten Fragen und bekamen Antworten.
Am Ende durften wir uns alte Bilder von Leonberg ansehen. Es war schade, dass die Stadtführung schon nach 100 min zu Ende war (Elisabeta).

1. Das Spukhaus:
Das Spukhaus heißt so, weil es dort angeblich einst vor 400 Jahren gespukt haben soll.
Eines Abends saß die Bäckerfamilie friedlich am Abendessen, als plötzlich Steine durch die Luft schwebten, Türen knallten und Truhen aufgingen. Alle gerieten in Panik und rannten zum Bürgermeister. Dieser wiederum sagte:
„Nicht so schlimm! Mit Geistern kann man umgehen. Hängt Kräuter und Knoblauch in jede Ecke und betet viel! Morgen früh schau ich nach euch."
Doch die Familie wollte auf keinen Fall mehr in dem Haus übernachten und so fanden sich die 3 tapfersten Männer der Stadt, die die Nacht in dem Haus verbrachten. Sie erzählten am nächsten Morgen: „Zuerst erschien uns ein 1m großes Männchen, das uns Geld für unsere Seelen anbot. Wir schlugen es ihm jedoch aus der Hand. Um Mittenacht zersplitterte eine Glasscheibe und kurz vor Sonnenaufgang flog ein Vogel ohne Kopf durch das Zimmer und schrie: „Huhuuu! Huhuuu!"
Dieser Vorfall kam nach Stuttgart vor den königlichen Richter. Dieser ließ noch einmal die 3 Töchter verhören. Obwohl daraufhin schnell feststand, dass es sich bei dem Spuk um einen Streich der 3 Mädchen gehandelt hatte, behielt das Haus den Namen bei (Elif, Franz, Melisa, Selina, Sharjeel, Till).

2. Das Lutherius Einhorn-Haus
Dann gingen wir zum Haus des Pfarrers, das gleich neben der Kirche ist. Hier ist ein Wappen mit einem Einhorn abgebildet. Es weist auf die Familie hin, die hier einmal gewohnt hat. Herr Einhorn war zur damaligen Zeit ein sehr böser, gnadenloser Hexen-Verfolger. Lutherius nahm Frauen gefangen, die nach damaligen Glauben eine kleine Ähnlichkeit mit Hexen hatten, quälte sie, bis sie zugaben, eine zu sein, folterte sie und brachte sie auf den Scheiterhaufen. Wir haben noch einige Foltermethoden erklärt bekommen, die die Leue früher, als sie noch an Hexen glaubten, eingesetzt haben. Das war sehr traurig und grausam (Anna, Lilly, Marina).

3. Die Lateinschule, ehemals Beginenhaus
Auf diesem Areal stand seit der Stadtgründung die Komturei der Johanniter; dann wohnten hier bis zur Reformation die Beginen – eine sozial tätige, (freiwillige) arme Frauengemeinschaft. Danach zogen die deutsche- und die Lateinschule ein. Zur Festigung der Reformation hatte Herzog Christoph 1559 die staatliche Schulpflicht für alle eingeführt (Fabian, Justin, Keyvan, Tahir, Toni).
Johannes Kepler war einer dieser Schüler. Zuerst wollte er Pfarrer werden, doch auf der Lateinschule nahmen sie ihn nicht auf. Dann lernte er Mathematik. Ihm verdanken wir heute, dass wir mit Raketen auf den Mond kommen (Marina). Und das nur, weil Kepler herausgefunden hat, dass die Sterne nicht an Käseglocken hängen (Emma,Pia).

4. Rathaus mit Salzhaus
Herr Höfer hat uns viele Gebäude gezeigt, unter anderem auch das Rathaus. Im heutigen Rathaus war früher keine Wand. Hier waren verschiedene Verkaufsräume. Da haben zum Beispiel der Bäcker ihre Brote verkauft. Und das musste ganz genau stimmen. Wurde ein Bäcker erwischt, zu wenig Mehl verwendet zu haben, wurde er in einen Käfig gesteckt und unter Wasser getunkt, bis keine Blubberblasen mehr kamen. Dann zog man ihn wieder raus und stellte ihn für den Rest des Tages zur „Schau" an die Wand (Maya F.).

5. Das Haus von Katharina Kepler:
In einem Haus am Marktplatz von Leonberg wohnte einmal eine Frau namens Katharina Kepler. Sie war sehr reich und sie kannte sich auch gut mit Kräutern und Gewürzen aus. Sie hatte eine Freundin, sogar ein sehr gute – dachte Frau Kepler zumindest. Doch in Wirklichkeit war die Freundin eine gemeine Frau. Einst einmal war sie krank geworden und Frau Kepler kümmerte sich um sie. Katharina gab ihr verschiedene Kräuter und Tees. Als ihre Freundin wieder gesund war, bat diese die Frau Keplers um etwas Geld.
Weil Frau Keppler ein gute und barmherzige Frau war, tat sie das natürlich auch. Doch dann behauptete die angebliche Freundin, dass sie eigentlich gar nicht krank war, sondern durch Frau Keplers Behandlung krank gemacht wurde und dass sie das geliehene Geld deshalb als Genesungsgeld behält.
Das ließ Frau Kepler natürlich nicht auf sich sitzen. Seit dem schrie Frau Kepler an jedem Markttag aus ihrem Fenster, was für eine garstige Frau ihre Freundin doch sei (Annina, Emma, Frank, Pia).

Auf der Rückseite wohnte Johannes verwöhnter Bruder. Er wollte jeden Tag Fleisch zu essen. Als ihm das seine Mutter verweigerte, nahm er ein Messer und stach auf das Lamm im Hof ein. Als eilig herbeigelaufene Leuten fragten, was denn los sei, erklärte der junge Mann: „Meine Mutter wollte zum Hexentreffen und ist so lange auf dem Lamm geritten, bis es blutig wurde." Somit hatten die Leute den Beweis: Der eigene Sohn gibt zu, dass seine Mutter eine Hexe ist. Frau Kepler musste daraufhin ins Gefängnis. Im Gerichtssaal wurde sie nicht fair behandelt. Sie musste ganz schlimme Strafen über sich ergehen lassen (Maya R.).

6. Das Haus 28
An dem Haus an der Ecke mit dem „Markt 28" ist heute noch eine Kante zu sehen. Hier war früher eine Statue befestigt. Unter der Statue brannte ein Feuer und in dem Feuer lag eine Zange. Menschen, die etwas Gemeines getan haben, wurde damit ‚gebrandmarkt' (Marina).

7. Der Spitalschul-Tunnel:
Es gibt entlang der Stadtmauer einen mittlerweile vergitterten Eingang zu einem Tunnel, der direkt zur Spitalschule geführt hat. Damals war an der Stelle der Spitalschule ein Krankenhaus, in dem Menschen gepflegt wurden. Den Tunnel gibt es leider nicht mehr, er wurde zur Sicherheit geschlossen und zugemauert (Alina).

8. Das Erker-Klo
Herr Höfer führte uns zum Abschluss noch durch ein kleines, schmales ‚Geheimgässchen'. Hier konnten wir die Überreste von Leonbergs letztem ‚Plumpsklo' (nicht mehr in Benutzung!) sehen. Mittlerweile ist nur noch ein bisschen Holzkonstruktion zu sehen – früher war da ein Loch und das Geschäft fiel einfach auf die Straße (Marina).